01/06/2010
Club Snowlander - für alle die Schnee und Motorsport lieben !!
04/2010
Garantiebulletin Yeti Pro V800, Modell 2009/10
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27/03/2010
Bericht Snowcross WM in Mala Schweden
10/07/2009
Wir bieten neues Schuhprogramm für Snowmobile/Quad und Freizeit von Kamval an !!
Snowland Status
Ein Berichtauszug aus Finland Tour 2010 Woche 12, von Kay Morris Walther, 03/2010
FIM Snowcross World Championship 2010 --------- Angriff der Monster Armee !!

Foto: kmw 2010, Tucker Hibbert #68, USA, von der Monster Army
Als ich im Vorfeld der Finnland Tour davon hörte, dass es in diesem Jahr nur einen Lauf zur Snowcross WM gibt, wollte ich gern dabei sein. Den Kick zur endgültigen Entscheidung machte jedoch die Meldung, dass Tucker Hibbert, einer der weltbesten Fahrer und mehrfacher X-Games Gewinner aus USA dabei sein sollte.
Meine Entscheidung war also gefällt und Jens und Felix wollten auch unbedingt mit dabei sein. Es lag ein anstrengender Tag vor uns. 2.00 Uhr morgens ging es los, ca. 450km südwestlich von Rovaniemi liegt in den Tiefen Nordschwedens Mala, ein Ski und Erholungsort. Nach ca. 2h Suche nach dem richtigen Weg erreichten wir Mala. Man sollte halt der Navigation, gerade im Winter, wenn einige Straßen durch Schnee gesperrt sind, nicht immer vertrauen. Aber wenn die Navi versagt, hat man ja immer noch einen Mund zum fragen.
Endlich angekommen, hörten wir schon die Motoren bei den Freien Trainings dröhnen. In der örtlichen Tankstelle, waren die Presseausweise für uns hinterlegt, denn ich möchte meine Erlebnisse gern mit den Lesern teilen und schreibe einen Pressebericht für die Top Speed. Wir kamen pünktlich zu den Qualifikationsrennen am Stadion an. Die Strecke war am Auslauf eines Skihanges gelegen. Der Start erfolgte Hangaufwärts, danach ging es direkt an der im Auslauf gelegenen Zuschauertribüne, insgesamt waren ca. 8000 Zuschauer dabei, wieder Hangaufwärts über eine sehr buckelige Piste. Die Wende erfolgte ca. 200m oberhalb, auf den darauf folgenden Bergabstück waren einige Doppelsprünge eingebaut, anschließend kehrte sich die Strecke Richtung Hang und oberhalb des Starts wurde auf den Zielhang eingebogen. Dort wurden nach amerikanischen Vorbild sehr große Wellen und ein Schanzenartiger ca. 40m langer Zielsprung eingebaut. Die Strecke war meiner Meinung nach zu amerikanisch und spielte Tucker Hibbert einen Vorteil zu, weil in Europa die Strecken normalerweise schneller und weniger buckelig waren.
Kommen wir zum ersten Qualifikationsrennen, in welchem das heiß erwartete Duell zwischen Tucker Hibbert, USA und Emil Oehman, Schweden in die erste Runde ging. Tucker startete im Hole Shot und kontrollierte das 1. Quali. Emil war schnell, jedoch schien es, als ob er das Tempo von Tucker nicht erreichen kann.
Im 2. Qualifikationsrennen startete Alex Ploner als bester. Alex kenne ich relativ gut und ich feuerte Ihn an, als ob er gerade auf dem Weg zum WM Titel wäre. Die Führung wurde jedoch schnell von den Skandinavischen Fahrern übernommen. Alex hielt sich wacker und schaffte als 6. den Direkteinzug ins Finale. Das Finale besteht aus 3 Wertungsläufen á 15min und 2 Runden.
Gegen 13.00 Uhr startete der erste Heat. Hibbert wurde im Verkehr aufgehalten und kam als 16 aus der ersten Kurve. Oehman war in der Spitzengruppe dabei. Joussi Honka, Finland führte das Feld an. Eine Runde später hatte sich Hibbert bereits auf Platz 6 nach vorn gekämpft. Im Laufe des Rennens war er bereits auf Platz drei und in den letzten 4 Runden fuhr er allen anderen auf und davon. Bei meinem anschließenden Boxenbesuch interviewte ich Tucker, welcher einen sehr bodenständigen Eindruck machte. Sein Vater kontrollierte derweil den Schlitten, wie ich es bei vielen erfolgreichen Rennfahrern kenne. Tucker ist ein überaus erfahrender Rennfahrer. Er gewann mehrfach die X-Games in Aspen und nationalen Meisterschaften. Trotz seines jungen Alters von 25 Jahren ist er wohl der derzeit weltbeste Snowcross Fahrer. Auf meine Frage, ob es den heute für Ihn relativ leicht aussehen würde hier zu gewinnen, antwortete er bescheiden, „ .. es ist niemals leicht und alles kann passieren, bevor man die Ziellinie erreicht ..“.

Foto: kmw 2010, Jussi Honka, FIN, Ski-doo Racing Team
Wie bei anderen Rennserien ist es auch ein Marken und Nationenduell. Die Organisatoren und FIM Offiziellen waren froh Europa und Amerika in diesem einen Rennen zu einen, was bei anderen Rennserien noch nicht funktioniert. Grund dafür ist die Austragung einer Weltmeisterschaft in nur einem Lauf, was Dr. Wolfgang Srb (FIM) bereits 2009 als nächste Stufe der Organisation ankündigte. Bei einer Weltmeisterschafts- Rennserie besteht immer das Problem mehrere Serien Terminlich abzustimmen. Das die Entscheidung für nur einen Lauf richtig war, zeigten die Anmeldungen der weltbesten Fahrer.
Heat 2:
Tucker Hibbert startete im Hole Shot (gerade durch) und führte das Feld an. Hinter ihm kämpften Johan Lidman und Emil Oehman (beide Schweden) um die Plätze. Beide waren schnell und schlossen auf Hibbert auf. Dann stürzte Oehman bei einem Doppelsprung und gab diesen Heat und damit auch die WM Chance auf. Emil war der Weltmeister 2008 und fuhr in dieser Saison sehr erfolgreich in der USA. Dort fährt er für das BRP Ski-doo Team, hier in der WM fuhr er für die Finnische Marke Lynx. Bei der technischen Vorbereitung stand ihm auch Janne Tapio, mehrfacher finnischer Meister und Weltmeister zur Seite.
Johan Lidman, ein junger schwedischer Fahrer und Meister 2010, setzte seinen Angriff auf Tucker fort und übernahm die Spitze. Tucker war sichtlich überrascht. Wie er später im Interview erwähnte gab er nur 70% und dachte er könnte den 2. Lauf locker gewinnen. Als Lidman vorbei ging musste er sich auf 100% steigern, um den Anschluß nicht zu verlieren. In den letzten Runden holte er sich die Führung zurück und gewann auch den 2. Heat. Beiden Fahrern waren die 15min +2Runden deutlich anzusehen, vor allem Lidman verliesen in den letzen Runden die Kräfte. Gerade die Doppelsprünge forderten Ihre Opfer. Im ersten Lauf war es Alex Ploner, der am Zielhang stützte und im 2. Lauf stürzte ein Arctic cat Fahrer schwer. Er stauchte sich den Rücken und musste Ärztlich stabilisiert und abtransportiert werden, weshalb das Rennen unter Gelb endete. Ich stand direkt dabei und half den Motorschlitten von der Strecke zu fahren und den Abtransport des Fahrers vorzubereiten. Ich organisiere ja auch Rennen und kann dabei nicht zusehen, sondern versuche zu helfen. „Timur und sein Trupp lässt Grüßen“ (siehe auch den Gesamten Bericht Woche 12). Bei diesem Crash wirkte die Ambulanz etwas hilflos, was wir kritisch zur Kenntnis nahmen.

Foto: kmw 2010, Lidman #14, SWE führte lange im 2.Heat vor Tucker Hibbert #68, USA
Mein anschliessender Boxenbesuch galt Emil Oehman. Wie wir von den Technikern erfuhren, gab es Probleme mit der Variomatik im ersten Lauf und Oehman war leicht erkältet. Der 2. Heat wäre vielleicht sehr positiv verlaufen, wenn der Sturz nicht gewesen wäre, berücksichtigt man die Leistung von Johan Lidman.
HEAT 3:
Im 3. Heat startete Tucker an 2. Stelle liegend, konnte jedoch die Führung auf der besseren Line schon in der ersten Kurve übernehmen. Emil war auf Position 3, setzte sich jedoch schon in der ersten Runde auf die 2. Position und nahm die Verfolgung auf. Er wirkte frisch und fand stets eine flüssige und schnelle Linie, sodass er in Runde 3 an Tucker Hibbert regelrecht vorbeiflog. Hibbert versuchte zu kontern, jedoch fand er nicht die optimale Linie und riskierte viel. Nach 2 Runden gab er auf und sicherte Platz 2 im 3.Heat und damit die Weltmeisterschaft 2010. Für mich bleibt abschließend zu erwähnen, das dies die beste Weltmeisterschaft war, die ich je gesehen habe. Die Strecke war technisch sehr anspruchsvoll. Das Duell Europa- Amerika hat erwartungsgemäß Amerika für sich entschieden, wobei der 3. Heat gezeigt hat, das wir Europäer nicht mehr nachstehen, vor allem, wenn Oehman im 2. Heat nicht gestürzt wäre, hätte das Ergebnis vielleicht anders ausgesehen. Verdient hat Tucker Hibbert von der Monster Armee, so sein Sponsor, den Titel auf jeden Fall, denn seine Vorbereitung war glänzend und er fuhr immer weltmeisterwürdig mit Kopf.

Mandy Hibbert, Team Hibbert USA Emil Oehman, #2 SWE Überflieger im 3.Heat
Am Ende ganz oben Tucker Hibbert #68 USA

Alle Fotos: kmw 2010
Für uns hieß es Heimreise antreten. 450km lagen wieder vor uns, das Wetter war mit dichten Schneefall nicht gerade positiv. Wir benötigten ca. 7 Stunden, denn der Schneefall riß bis Rovaniemi nicht ab. Und dann noch eine letzte Action für Timur und sein Trupp. Ca. 100km vor Rovaniemi hatte ein Autofahrer die Kontrolle verloren und steckte in der Schneewand fest. Wir hängten das Seil an und befreiten ihn aus seiner Lage. Gegen 1 Uhr waren wir dann im Hotel. Es gab nicht viele Worte, denn alle waren müde…
Resultate:
Platz 1: Tucker Hibbert, USA, 72 Punkte
Platz 2: Johan Lidman, Schweden, 59 Punkte
Platz 3: Corey Davis, USA, 52 Punkte
Platz 4: Emil Oehman, Schweden, 49 Punkte
Video 1 : vom Start zum 3. Heat Finale (start final heat)
Start zum 3. Heat Finale (start final heat)
Video 2 : Oehman überholt Hibbert und gewinnt den 3.Heat (ohman passed hibbert)
und gewinnt den 3.Heat (ohman passed hibbert)